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Halle mieten am Niederrhein: Krefeld, Mönchengladbach, Venlo-Achse

Zwischen Rhein und niederländischer Grenze liegen die günstigsten Logistikmieten der großen NRW-Berichte und der stärkste Neubaustandort Deutschlands. Für wen sich das lohnt, hängt vor allem an Ihren Lieferwegen.

Von Redaktion corealisVeröffentlicht am 30. Oktober 20268 Min. Lesezeit
Weißer Lkw mit Containeraufbau auf einer Landstraße bei blauem Himmel, Symbolbild

Wer am Niederrhein eine Halle mieten möchte, zahlt im Schnitt rund 6,00 € je Quadratmeter in Mönchengladbach und 6,20 € in Krefeld, in Viersen und Willich etwa 5,90 €. Die Spitzenmieten für moderne Flächen liegen zwischen 7,00 € und 7,90 €. Das sind Werte für das zweite Quartal 2026 und damit spürbar weniger als in Düsseldorf, Köln oder dem Ruhrgebiet.1 Dazu passt, dass in keiner deutschen Logistikregion mehr neu gebaut wird als zwischen Duisburg und der Grenze.2

Der Niederrhein ist damit eine ernsthafte Alternative für Unternehmen, denen die großen Märkte zu teuer oder zu voll sind. Er passt aber nicht für jeden, und die günstige Miete allein ist ein schlechter Grund für einen Umzug an die Grenze.

Was den Niederrhein als Hallenstandort ausmacht

Drei Dinge machen die Region für Logistik und Industrie interessant.

Die Grenze. Die A40 und die A61 beginnen an der niederländischen Grenze bei Venlo, die A57 führt von Krefeld Richtung Nimwegen. Für Importe über Rotterdam oder Antwerpen spart ein Standort am Niederrhein gegenüber Standorten im östlichen Ruhrgebiet oder in Köln Fahrzeit auf jeder Tour.

Der Duisburger Hafen nebenan. Mit rund 4,1 Millionen umgeschlagenen Standardcontainern im Jahr 2025 ist Duisburg ein Hinterlandknoten für die Westhäfen.3 Krefeld, Moers und Kamp-Lintfort liegen in Pendelentfernung, die Mieten sind dort niedriger als direkt am Hafen.

Platz für Neubau. Rund 310.000 m² neue Logistikfläche zählt der Logivest-Seismograph 2025/2026 für Duisburg und den Niederrhein, mehr als für jede andere Region in Deutschland. Eines der genannten Projekte ist ein Logistikzentrum von Fiege in Hamminkeln mit fast 55.000 m².2

Halle mieten am Niederrhein: Mieten und Umsatz

Colliers und anteon führen Krefeld, Mönchengladbach, Viersen und Willich als Teilmärkte oder Städte ihres Marktgebiets Düsseldorf und weisen sie einzeln aus. Für die Kreise Kleve, Wesel und Heinsberg gibt es keine vergleichbare Quartalsreihe.

Teilmarkt Ø Miete je m² Spitzenmiete je m² Flächenumsatz Q1 bis Q3 2026
Krefeld 6,20 € 7,90 € 41.900 m²
Mönchengladbach 6,00 € 7,50 € 27.400 m²
Viersen 5,90 € 7,00 € keine Angabe
Willich 5,90 € 7,00 € keine Angabe
zum Vergleich: Stadt Düsseldorf 7,00 € 9,20 € 97.700 m²

Mieten: anteon Immobilien, 2. Quartal 2026.1 Flächenumsatz: Colliers, Januar bis September 2026.4 Die 9,20 € für die Stadt Düsseldorf liegen über den 8,85 €, die BNP Paribas Real Estate für die ganze Region nennt; Spitzenmieten hängen an wenigen hochwertigen Verträgen, und jedes Haus kennt andere.

Krefeld war damit bis September 2026 der zweitstärkste Teilmarkt der gesamten Region Düsseldorf hinter der Landeshauptstadt selbst. Den größten Einzelvertrag schloss dort der Logistikdienstleister Wisag mit 20.000 m².4

Warum ist der Niederrhein günstiger? Vermutlich aus drei Gründen: Die Region hat mehr Platz für neue Hallen, die Grundstücke sind preiswerter als im Düsseldorfer Speckgürtel, und ein Teil der Nachfrage aus dem Ballungsraum zieht weiter nach Osten ins Ruhrgebiet. Der Abstand zu Düsseldorf ist dabei kein Naturgesetz. Wenn die großen Neubauprojekte am Niederrhein weiter so schnell vermietet werden wie zuletzt, kann er schrumpfen. Wer heute einen langfristigen Vertrag zu den aktuellen Konditionen abschließt, sichert sich den Vorteil für die gesamte Laufzeit, sollte aber auf die Wertsicherungsklausel achten.

Was der Abstand zu Düsseldorf für ein konkretes Budget bedeutet, rechnet der Artikel Hallenmiete NRW im Regionen- und Städtevergleich an einer Beispielhalle mit 3.000 m² vor.

Die Teilräume am Niederrhein

Krefeld und Meerbusch

Industriell geprägt, mit Rheinhafen und Chemiestandort in Uerdingen. Gut für Unternehmen, die Düsseldorf und das Ruhrgebiet gleichermaßen erreichen wollen. Bestandshallen aus der Industrie bieten oft mehr Höhe und Bodenlast als reine Lagerhallen derselben Größe.

Mönchengladbach, Viersen, Willich, Korschenbroich

Die Achse entlang A52 und A61 hat sich in den letzten Jahren zu einem Logistik- und Onlinehandelsstandort entwickelt. Im ersten Halbjahr 2026 mietete GV Logistik in Mönchengladbach 12.400 m².5 Für Distribution Richtung Benelux und für E-Commerce ist dieser Raum stark, die Mieten liegen am unteren Rand der Region.

Kreis Wesel: Moers, Kamp-Lintfort, Dinslaken, Hamminkeln

Nah am Duisburger Hafen und an der A57 und A3. Hier entstehen große Neubauten, oft auf früheren Bergbau- oder Industrieflächen. Für Unternehmen, die die Nähe zum Ruhrgebiet brauchen, aber nicht dessen Konkurrenz um jede Halle, ist der Kreis Wesel eine sinnvolle Ausweichlage.

Kreis Kleve und Kreis Heinsberg

Ländlicher, mit mittelständischen Produktionsbetrieben und Agrar- und Lebensmittelwirtschaft. Hallen gibt es hier eher als Einzelobjekte im Bestand, oft mit Freifläche. Für große Logistikflächen sind diese Kreise seltener die erste Adresse, für eine Werkstatt, ein Lager mit Büro oder eine Produktionshalle mit Freilager aber durchaus.

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Lohnt sich ein Blick über die Grenze nach Venlo?

Venlo und das niederländische Limburg sind bekannte Logistikstandorte, und für manche Unternehmen am Niederrhein ist die andere Seite der Grenze nur zehn Minuten entfernt. Bevor Sie dort suchen, sollten Sie aber wissen, dass eine Halle in den Niederlanden einem anderen Rechtsrahmen unterliegt: Mietrecht, Baurecht, Genehmigungen und Steuern folgen niederländischen Regeln, Verträge werden häufig auf Niederländisch geschlossen. Das ist kein Hindernis, aber Aufwand, den man einplanen muss.

Wer seine Kunden überwiegend in Deutschland beliefert und seine Belegschaft auf deutscher Seite hat, ist mit dem deutschen Niederrhein in der Regel einfacher dran. Venlo kann sich lohnen, wenn Sie ohnehin in den Benelux-Raum verteilen oder dort bereits eine Gesellschaft haben.

Pendler zählen: Der Lkw fährt problemlos nach Venlo, der Nachtschichtleiter ohne Auto nicht. Prüfen Sie bei Hallen in Grenznähe, woher Ihre künftigen Mitarbeitenden kommen. Am Niederrhein pendeln viele Beschäftigte aus den Niederlanden oder in die Niederlande. Ein Standort, der für Lkw ideal ist, kann für die Schichtbesetzung schwierig sein, wenn der öffentliche Nahverkehr nachts nicht fährt. Ein Blick auf Fahrpläne und Pendlerwege vor der Unterschrift spart später Ärger.

Niederrhein, Ruhrgebiet oder Düsseldorf? Eine Entscheidungshilfe

Frage Spricht für den Niederrhein Spricht eher dagegen
Woher kommt Ihre Ware? Über Rotterdam, Antwerpen oder aus den Niederlanden Überwiegend aus Süd- oder Ostdeutschland
Wohin liefern Sie? Benelux, Rheinland, westliches Ruhrgebiet Ganz Deutschland mit Schwerpunkt Ost und Nord
Wie wichtig ist die Miete? Sehr wichtig, jeder Euro zählt Nachrangig gegenüber Kundennähe
Wie groß ist die Halle? Mittel bis groß, gern Neubau Sehr klein, mit Ladengeschäft oder Kundenverkehr
Wo wohnt die Belegschaft? Am Niederrhein oder im westlichen Ruhrgebiet In Düsseldorf oder Köln

Wenn die meisten Antworten in der linken Spalte landen, gehört der Niederrhein auf Ihre Liste. Liegen sie überwiegend rechts, ist das Ruhrgebiet mit dem Kamener Kreuz oder ein Standort näher an Ihren Kunden wahrscheinlich besser.

Produktionsbetriebe finden am Niederrhein übrigens häufiger als in reinen Logistiklagen Hallen mit Kran, Starkstrom und höherer Bodenlast. Worauf es dabei ankommt, beschreibt der Artikel Produktionshalle mieten in NRW.

Checkliste: Halle am Niederrhein

  • Lieferwege zu Westhäfen und Kunden in Fahrzeit, nicht in Kilometern rechnen
  • Teilräume festlegen: Krefeld, Achse Mönchengladbach/Viersen, Kreis Wesel oder ländliche Kreise
  • Bei Neubau früh nach Vorvermietung fragen; große Projekte werden oft vor Fertigstellung vergeben
  • Pendlerwege und Nahverkehr für den Schichtbetrieb prüfen
  • Bei Bestandshallen in ehemaligen Industrielagen Boden und genehmigte Nutzung klären
  • Grenzüberschreitende Optionen nur mit Klarheit über Recht und Sprache prüfen
Was kostet eine Halle in Krefeld?

Laut anteon kosteten Logistikflächen in Krefeld im zweiten Quartal 2026 durchschnittlich 6,20 € pro Quadratmeter, in der Spitze 7,90 €. Bestandshallen ohne moderne Ausstattung können darunter liegen.

Was kostet eine Halle in Mönchengladbach?

Im zweiten Quartal 2026 wurden dort im Schnitt 6,00 € pro Quadratmeter gezahlt, für die besten Flächen bis 7,50 €. Mönchengladbach gehört damit zu den günstigeren Logistikstandorten im Großraum Düsseldorf.

Gibt es Hallen im Kreis Heinsberg oder im Kreis Kleve?

Ja, vor allem Bestandshallen mittelständischer Eigentümer, oft mit Freifläche. Veröffentlichte Durchschnittsmieten fehlen für diese Kreise. Was eine Halle dort kostet, entscheidet sich am Objekt: Alter, Technik, Freifläche und Lage.

Ist eine Halle in Moers oder Wesel eine Alternative zu Duisburg?

Häufig ja. Moers, Kamp-Lintfort und Dinslaken liegen nah am Duisburger Hafen und an der A57, die Konkurrenz um Flächen ist aber geringer als direkt in Duisburg.

Quellen

  1. anteon Immobilien: Logistikmarkt Düsseldorf, 2. Quartal 2026, Städte im Vergleich, https://www.anteon.de/fileadmin/research/Marktberichte/pdf/Logistikbericht_Q22026.pdf
  2. NRW.Global Business: Top-Logistikregionen, Logivest Logistikimmobilien-Seismograph 2025/2026 (20.05.2026), https://nrwglobalbusiness.com/about-us/news/details/top-logistics-regions-2025-nrw-takes-first-and-second-place
  3. duisport: Robuste Basis in unsicheren Zeiten, Pressemitteilung zur Bilanz 2025 (21.04.2026), https://duisport.de/wp-content/uploads/2026/04/20260421_PM_Bilanz-2025-duisport-blickt-auf-starkes-Geschaeftsjahr-zurueck.pdf
  4. Colliers: Logistikvermietung Düsseldorf Q1 bis Q3 2026, Infografik (Oktober 2026), https://www.konii.de/wp-content/uploads/2026/10/Colliers-Infografik-IL-Duesseldorf-Q3.pdf
  5. Colliers: Industrie- und Logistikmarkt Düsseldorf, Infografik H1 2026 (Juli 2026), https://www.colliers.com/de-de/research/duesseldorf-logistikvermietung-q2-2026

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